Samstag 25. Juli 19 Uhr
ANDREJ RUBELJOW
Film von Andrej Tarkowskij
174 min, s/w und Farbe, in 2 Teilen - mit Pause
Tarkowskij erzählt in mehreren Episoden die Lebensgeschichte des legendären Ikonenmalers Andrej Rubeljow (um 1300-1430), eines an fortschrittliche und menschliche Ideale glaubenden Künstlers, den die Wahrnehmung der kompromisslosen und grausamen Macht- und Kriegspolitik seiner eigenen Auftraggeber, der weltlichen und kirchlichen Obrigkeit, in Selbstvorwürfe, Schuldgefühle und in eine tiefe Schaffenskrise stürzt. 15 Jahre vergehen, bis er dank eines jungen Künstlers seine Freude und Kreativität wiederfinden kann. Der Film zeigt ein lebendiges und figurenreiches Panorama altrussischen Lebens. Tarkowskij wollte sich von der „kitschig-trivialen Historienmalerei“ früherer Sowjetfilme absetzen: kein Biopic, kein „positiver Held“, kein klassisches Erzählkino. Seine Richtschnur war die „Logik des Poetischen“, eine „getreue Wiedergabe von Empfindungen“ und „eine atmosphärisch dichte Struktur“. Die sowjetischen „Apparatschiks“ der Partei-und Kulturbürokratie bescheinigten dem Film „ideologische Fehlerhaftigkeit“ und behinderten seine Freigabe und Verbreitung. Im Westen wurde Tarkowskij schon zu Lebzeiten zur Legende.

Freitag 31. Juli - 19 Uhr
Konzert
COCOONING mit COCO LORÈS
Natürlich könnte man glauben, dass COCOoning sprachlich irgendetwas mit COCO Lorès zu tun hat. Hat es aber nicht. Cocooning (engl.) kommt von Cocon (franz.), zu deutsch: Kokon. Der Kokon ist das, worin sich die Seidenraupe einspinnt, um nicht gefressen zu werden. Sie klebt sich hinter ein Blatt und hat ihre Ruhe. Der Mensch versucht es ihr nachzutun. Er klebt sich in die Sofa-Ecke und hofft, dass alles nicht so schlimm wird. Cocooning entspringt dem instinktiven Bedürfnis des Menschen nach Sicherheit. Es ist eine Stammhirn geleitete Reaktion auf eine bedrohlich wirkende Welt. Coco Lorès traf auf das Thema „Cocooning“ als sie sich beim Kauf eines Sofas ertappte. So entstand dieses Programm.
Zur Person:
Hinter der Figur „Coco Lorès“ steckt die Schauspielerin, Sängerin und Kabarettistin Sigrid Grajek, die schon mehrfach mit ihrer Pianistin im Atelierhaus Lichtenberg mit ihren musikalischen Programmen aus den 1920er Jahren zu Gast war. Sie hat sich überreden lassen, die Gitarre noch einmal in die Hand zu nehmen und das eingemottete Kostüm aus dem Koffer zu holen. Sie präsentiert die aktualisierte Fassung ihres komödiantischen Programms COCOONING. Musikalisch bewegt sie sich in den 1970er und 1980er Jahren. Bekannte Melodien versieht sie mit eigenen Texten und beleuchtet mit einem Augenzwinkern den menschlichen Rückzug in die Sofa-Ecke.

Samstag 1. August 19 Uhr
WER WÄRE NICHT GEGEN KRIEG?
Ein musikalischer Erinnerungsabend
Ende der 1970er Jahre trafen sich junge Menschen im städtischen Jugendzentrum „Haus der Jugend“ in Lünen / Westfalen, um für den Frieden einzustehen. Die Welt befand sich im „Kalten Krieg“. Der NATO-Doppelbeschluss von 1979 erlaubte die Stationierung von US-Mittelstreckenraketen in Westeuropa. Die Wehrpflicht war ein großes Thema. Junge Männer, die den Kriegsdienst verweigern wollten, mussten, um einen Ersatzdienst zu leisten, eine Befragung über sich ergehen lassen, die heute unmöglich erscheint. Die Angst vor der Neutronenbombe lag in der Luft. Die Ostermärsche bekamen Zuwachs. In Gorleben erhoben sich die Menschen gegen das geplante Atom-Endlager.
Die jungen Leute in Lünen trafen sich wöchentlich, diskutierten, organisierten Fahrten zu Demonstrationen für den Frieden und berieten Kriegsdienstverweigerer. Irgendwann gründeten sie die Songgruppe Courage. Sie sangen auf Jugendkongressen für den Frieden, auf Marktplätzen und in Rathäusern. Gemeinsam sind sie Pfingsten 1980 nach Gorleben gefahren und vorübergehende Bewohner der „Republik freies Wendland“ geworden.
Diese jungen Leute waren wir. Jetzt sind wir fast 50 Jahre älter geworden, aber die Frage nach dem Frieden lässt uns nicht los in dieser Zeit der neuen Kriege. Wir haben uns wieder gefunden und wollen die Lieder singen, die wir damals sangen. Immer noch in der Hoffnung, dass Frieden möglich ist!

Sonntag 2. August 19 Uhr
LEONARD COHEN
HALLELUJAH & SCHALOM
Ein Abend über Leonard Cohen mit Lutz Debus und Holger Jenrich
Leonard Cohen (1934 – 2016) war vieles: Jude und Buddhist, Musiker und Schriftsteller, introvertierter Frauenschwarm und intellektueller Poet. Er schrieb und sang über Freiheit und Liebe, Tod und Religion. Und er schuf Songs, die man eigentlich zum Weltkulturerbe erklären müsste: „Bird on a Wire“, „Suzanne“, „Hallelujah“. Lutz Debus und Holger Jenrich bewegen sich musizierend und erzählend durch sein Leben. Eine Hommage an Leonard Cohen mit Liedern, Texten und persönlichen Erinnerungen.

Samstag 22. August 19 Uhr
ERZÄHLKONZERT
„MEIN SIZILIEN“
von und mit Gabriele Hasler
Auf mehreren Sizilienreisen hat Gabriele Hasler Klänge und Geschichten gesammelt, die sie nun mit ihrem Publikum teilen möchte. Als Alleinreisende hat sie vor allem Ohren für die sizilianischen Kleinigkeiten, so entsteht nach und nach ein farbiges Hörmosaik - der Fischmarkt in Catania - ein einziger Opernchor! Die Klangkomposition „Mein Sizilien“ wurde 2023 für das schottische Klangkunstfestival Radiophrenia kuratiert und bildete die Grundlage dieses besonderen Konzertabends.
Die Klangkünstlerin und Autorin Gabriele Hasler ist seit den frühen 80ern im Bereich der zeitgenössischen Musik tätig und tourte u.a. für das Goetheinstitut weltweit. Sie erhielt zahlreiche Kompositionsaufträge, u.a. für Chöre und Musiktheater. Drei ihrer Produktionen erhielten den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Als hochenergetische Improvisatorin forscht sie im Unterholz der Klänge.
Eintritt 15 € | mit Antipasti 20 €

Permanente Ausstellung im Atelierhaus:
Margarete Petersen
Dietmar Buchmann
Besichtigung nach telefonischer Vereinbarung
05883-9897359
GEÖFFNET saisonal
von Mai bis September
Der Google-Wegweiser
zum
ATELIERHAUS LICHTENBERG


